07. Februar 2024

Ein bedeutender Schritt zur örtlichen Klimaneutralität

Die Stadt Fridingen hat sich gemäß Beschluss durch den Gemeinderat bereits vor längerer Zeit dazu entschlossen, gemeinsam mit dem Projektentwickler Jäkel Energiemanagement GmbH mit Sitz in Weingarten, das Wärmeversorgungsnetz inklusive der sanierungsbedürftigen Wärmeerzeugung für das hiesige Schul-, Sport- und Freizeitzentrum zu erneuern und im Energieliefer-Contracting an einen hierauf spezialisierten Dienstleister zu vergeben. So ist das derzeitige Blockheizkraftwerk in die Jahre gekommen und mittlerweile äußerst reparaturanfällig wie unwirtschaftlich. Im Rahmen des Energie-Contracting-Projekts wird kein Eigenkapital der Kommune für die Finanzierung gebunden, die Energiekosten durch effizientere und modernste Erzeugungsanlagen gesenkt, technische und finanzielle Risiken sowie Wartung und Instandhaltung der Anlage an einen Betreiber ausgelagert.

Die Planungen der Stadt die Sepp-Hipp-Sporthalle 2024/2025 umfassend zu sanieren bzw. zu modernisieren, hatte auch Auswirkungen auf dieses Vorhaben. In Abweichung zum ursprünglichen Konzept wurde entschieden, die Heizzentrale nunmehr aus der Sporthalle auszulagern und an einem externen Standort durch die Stadt in Eigenleistung neu zu errichten. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rd. 260.000 Euro. Gegenwärtig befindet sich das Gebäude im Bau und wird in konventioneller Massivbauweise aus Sichtbeton mit Kerndämmung zwischen Festhalle und Gemeinschaftsschule „Obere Donau“ erstellt.

Im Ausschreibungsverfahren konnte sich die EnBW Contracting GmbH im wirtschaftlichen Wettbewerb durchsetzen und wird zukünftig als professioneller und zuverlässiger Partner die Ausführung des technischen Equipments übernehmen. Sie plant, baut und betreibt die entsprechende Wärmeerzeugungsanlagen. Eingebracht werden vom Contractor ein neuer Pelletkessel mit einer Leistung von 300 kWth und ein Blockheizkraftwerk mit 50 kWel sowie ein Redundanzkessel, Pufferspeicher und ein Pelletlager.

Geplant ist zur kommenden Heizperiode Wärme in das Nahwärmenetz zu liefern. Das neue Wärme- und Energieversorgungssystem ist dabei nicht nur deutlich nachhaltiger und effizienter. Es bietet über ein Energiedatenmonitoring auch die Möglichkeit der systematischen und transparenten Auswertung aller Betriebsdaten für jede einzelne an das Nahwärmenetz angeschlossene Liegenschaft bzw. Gebäude. So behält die Gemeinde den Überblick und kann genau kontrollieren, welche Einsparungen auch tatsächlich erzielt werden. Die vertragliche Laufzeit der Partnerschaft ist zunächst einmal auf zehn Jahre festgeschrieben mit der Option jeweils zweimal um weitere fünf Jahre verlängern zu können.

Das neue umweltverträgliche und wirtschaftliche Wärme- und Energieversorgungskonzept mit seinen Energieeinsparmaßnahmen ist ein wichtiger Bestandteil zur Umsetzung der Energiewende vor Ort in Fridingen. Durch die Sanierung der Anlagen wird der CO2–Ausstoß pro Jahr um 126 Tonnen reduziert.

Die zukünftige Energiepartnerschaft wurde noch Ende des vergangenen Jahres gemeinsam durch die Vertragsunterzeichnung zwischen dem Bürgermeister der Stadt Fridingen und dem Contractor die EnBW besiegelt.

Stefan Waizenegger, Matthias Schnerring, Daniel Klöpf, Stephan Einsiedler, Markus Ste-cher, Matthias Weise