Seniorenzentrum Krone in neuen Händen:

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Zum 01. Oktober übernimmt der Pflegedienst Ferencak die „ambulant betreute Wohngemeinschaft“ von der bisherigen Betreiberin der Stiftung St. Franziskus

Nach einer längeren, aber notwendigen Vorbereitungsphase und einer teilweisen organisatorischen Neustrukturierung, sowie komplexen vertraglichen Verhandlungen steht der Nachfolger für die ambulant betreute Wohngemeinschaft im Seniorenzentrum Krone jetzt rechtsverbindlich fest. Mit dem ortsansässigen ambulanten Pflegedienstanbieter Harry Ferencak übernimmt ein neuer Betreiber diese für unsere Stadt wichtige Einrichtung. Er wird zur Freude der derzeitigen Bewohnerinnen und zur Erleichterung der Verwaltung nahtlos den laufenden Betrieb zum 01. Oktober fortführen. Vor wenigen Tagen wurden die entsprechenden Verträge zwischen der Stadt und Harry Ferencak unterzeichnet. Damit konnte ein vorläufiger Schlusspunkt unter ein Thema gesetzt werden, das in den zurückliegenden Monaten, sowohl die Verwaltung, als auch den Gemeinderat intensiv beschäftigt hat und mehrfach Gegenstand von schwierigen Diskussionen bzw. Beratungen im Gremium gewesen ist.



Ohne Vorwarnung und ohne jegliche Vorabinformation hatte im Februar 2016 die Geschäftsführung der Stiftung St. Franziskus aus Heiligenbronn lapidar der Verwaltung mitgeteilt, die von ihnen angemieteten Räumlichkeiten im Seniorenzentrum Krone, trotz eines noch bestehenden Mietvertrages bis 2021 unaufschiebbar, lediglich mit einem Vorlauf von wenigen Wochen, zum 01.04.2016 zu kündigen. Begründet wurde dieses Ansinnen mit wirtschaftlichen Erwägungen bzw. einem wachsenden Defizit. Die Stiftung St. Franziskus betrieb die ambulant betreute Wohngemeinschaft mit insgesamt zwölf Belegungsplätzen im ersten Obergeschoß seit der Eröffnung des Seniorenzentrums im Jahre 2011. Nach einem anfänglich zögerlichen Start, lag nach Auskunft der Stiftung, in der Folgezeit die Auslastungsquote durch die Dauerbelegungen und dem Angebot zur Verhinderungspflege bei rund 90 %. Gerade auch aufgrund der angestiegenen Belegungszahlen kam dieser Schritt der Stiftung völlig überraschend. Nach sofortiger Intervention der Verwaltung und einer nachdrücklichen „Protestnote“ wurde die Kündigung dann auf das Jahr 2017 hinausgeschoben und der Verwaltung somit zumindest die Chance eingeräumt, einen neuen Betreiber suchen zu können. Sollte sich bis dahin keine Nachfolge gefunden haben, so die unmissverständliche Ankündigung, würde dies definitiv das „endgültige Aus bedeuten“; mit der Konsequenz, dass die Bewohnerinnen und Bewohner gezwungen gewesen wären in eine andere Einrichtung zu wechseln. So weit ist es nun aber zum Glück nicht gekommen.

Nicht einfach gestaltete sich die Frage, ob durch einen anderen Anbieter eine Fortführung der ambulanten Wohngemeinschaft vor Ort überhaupt möglich ist. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass sich im Laufe des zurückliegenden Jahres die gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine solche Betriebsform nicht erleichtert, sondern erheblich erschwert haben. So ist im Gegensatz zur Inbetriebnahme der Einrichtung im Jahr 2011 heute ein höherer Personalschlüssel in der Alltagsbegleitung vorgeschrieben, was sich auf die Personalkosten kostensteigernd auswirkt. Auch weitere gesetzlichen Hürden und Auflagen legen einem Betreiber eher „Steine in den Weg“. Dies hat manchen ernsthaften Interessenten aus dem Bereich der Altenpflege vor einer Übernahme abgeschreckt.

Von Beginn an zeigte der ortsansässige Pflegedienst Ferencak, trotz mancher Bedenken und wirtschaftlichen Überlegungen, ein großes Interesse an der Fortführung der ambulant betreuten Wohngemeinschaft. Bis zur endgültigen Vertragsunterzeichnung waren jedoch mehrere Schritte erforderlich, die entsprechende Zeit benötigten. Nicht nur die Ausarbeitung der neuen Vertragsgestaltung, sondern insbesondere auch die bestehenden Rechtsverhältnisse mit zum Teil recht komplexen gesetzlichen und juristischen Fragestellungen bedurften einer gründlichen wie professionellen Aufarbeitung durch ein beratendes Rechtsanwaltsbüro. Hinzu kamen noch Gespräche mit der Heimaufsicht über die künftige Konzeption, sowie die rechtliche Abstimmung des Betriebsübergangs von der Stiftung auf den neuen Betreiber. Erfreulicherweise hat sich das komplette Betreuungsteam, unter Leitung von Elke Lang, dazu bereit erklärt den Arbeitgeber zu wechseln, so dass die Bezugspersonen und die Kontinuität für die Bewohner gewahrt bleiben.

Die Stadtverwaltung und der Gemeinderat sind froh darüber, dass es gelungen ist die bisherige Wohnkonzeption im Seniorenzentrum Krone beizubehalten; dies vor allem auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels und der sich gerade im ländlichen Raum strukturell verändernden Rahmenbedingungen. Eine für unsere Stadt wichtige Infrastruktureinrichtung kann erhalten und weitergeführt werden. Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem neuen Betreiber Harry Ferencak und wünschen ihm einen erfolgreichen Start, sowie den Bewohnerinnen und Bewohnern eine weiterhin gesicherte Betreuung und gute Zukunft in Fridingen!